Boutique-Hotel: vom Studio 54 bis heute. Das Konzept des Boutique-Hotels wurde von zwei ebenso kontroversen wie visionären Persönlichkeiten entwickelt: Steve Rubell und Ian Schrager.
Haben Sie schon einmal vom Studio 54 in New York gehört? Nun, Steve und Ian sind die beiden Gründer dessen, was immer noch als die verrückteste Disco aller Zeiten gilt.
Das Studio 54 war definitiv eine Sozialstudie, und deshalb ist es auch niemandem gelungen, so etwas nachzustellen.
Freiheit, Lebensfreude, Exzess sind nur einige Aspekte, die diesen Club auszeichneten. Kilometerlange Warteschlangen, um hineinzukommen, ein explosiver Sound, der durch die Anwesenheit ungewöhnlicher Gäste aufgepeppt wird.
Liza Minelli, Bianca Jagger, Andy Warhol, Sylvester Stallone, Robert DeNiro, John Travolta, Michael Jackson, Diana Ross, Muhammad Ali, Mick Jagger, um nur einige zu nennen.
Die theatralische Gestaltung des Gebäudes, das früher ein CBS-Theater und ein Fernsehstudio war, bot jedem die Möglichkeit, sich frei zu äußern.
Auf der Bühne war jeder ein Star, ob berühmt oder nicht, vereint durch den schmalen Grat zwischen Grenzüberschreitung und purem Spaß an den Noten der Discomusik.
Nachdem das Studio 54 wegen Steuerbetrugs geschlossen wurde, gründeten Steve und Ian eine neue Disco, das Palladium. Vor allem aber stiegen sie in die Hotellerie ein und gründeten 1984 das erste Boutique-Hotel: das Morgans.
Auf den Erfolg des Morgans folgten das Royalton Hotel, das Paramount Hotel und das Hudson Hotel, die alle von Designer Philippe Starck eingerichtet wurden.
Die Morgans Hotel Group führt das Konzept des Lobby Socialising in der Hotelbranche ein, d.h. das Hotel wird zu einem Ort der Begegnung und des geselligen Beisammenseins sowie zu einem vorübergehenden Aufenthalt mit einem Hauch von “cheap & chic”.
Luxus wird für viele erschwinglich und wird in einem anspruchsvollen und stilvollen Umfeld angeboten.
Schrager führte auch das Konzept des Urban Resort ein, das Hotel als “Lifestyle”, das sich in seinem Delano Hotel in Miami oder dem Mondrian Hotel in West Hollywood widerspiegelt.
Nach Rubells Tod im Jahr 1989 verkaufte Schrager seine Morgans Hotel Group im Jahr 2005 und gründete die Ian Schrager Unternehmen die in Zusammenarbeit mit Julian Schnabel mehrere Hotels und Residenzen verwaltet und besitzt.
Im Jahr 2011 führte er in Chicago seine neueste Hotelmarke ein: das Public.
Das Ziel dieser neuen Kette ist es, Luxus in greifbare Nähe zu rücken, ohne dabei auf Qualität zu verzichten, und die Preise durch Reduzierung der Betriebskosten zu senken: ein Projekt, das in Chicago, New York (mit dem Public Hotel mit 367 Zimmern in der Chrystie Street, 215 im Bowery-Viertel), Miami, London und vielen anderen Teilen der Welt erfolgreich war.
Das Konzept der Boutique-Hotels scheint auch in Europa erfolgreich zu sein, wo man zu Preisen unter 200 Euro wirklich auf Qualität setzen kann, ohne auf Exklusivität, Originalität und raffinierte Dienstleistungen verzichten zu müssen.
Aus Jan Schragers Vision und Philosophie der Gastfreundschaft entspringt auch unser Projekt der Boutique B&B.
Danke, Ian, danke, Steven, dass Sie nicht nur uns, sondern Tausende von Hoteliers auf der ganzen Welt inspirieren.
Im Folgenden finden Sie ein Video zum Gedenken an das Studio 54 und seine Protagonisten, das man gesehen haben muss. Klicken Sie auf das Foto und genießen Sie es!